Was ist Prävention?

Immer mehr Menschen nutzen gesundheitsfördernde Produkte und Dienstleistungen. Ob atmungsaktive Kleidung mit UV-Schutz, probiotischer Joghurt oder Gesundheitstourismus – längst hat der Zeitgeist traditionelle Angebote eingeholt, zum Beispiel die umstrittenen regelmäßigen Check-ups. Der Trend geht klar dahin: Alles wird gesund. Alles ist machbar.

Ist das Prävention? Die Antwort wird naturgemäß unterschiedlich ausfallen, da jeder Einzelne etwas anderes unter dem Begriff versteht. Grundsätzlich ist alles Prävention, was Krankheit verhindert, verzögert oder weniger wahrscheinlich macht. Der Begriff selbst kommt vom lateinischen praevenire und bedeutet zuvorkommen. Prävention setzt zeitlich vor dem Eintritt eines Risikos an, Therapie danach.

Ohne Einsicht in die Grenzen des Machbaren
und den Sinn des Gegebenen
können wir nicht glücklich werden.

Giovanni Maio

Schon mit den klassischen Möglichkeiten der Prävention kann jeder den großen Volkskrankheiten aktiv entgegenwirken oder, bei bestehenden Störungen, Schlimmeres abwenden. Jede Krankheit, die nicht entsteht, ist die beste Entlastung für – ja, für wen eigentlich? Eine Gesellschaft, zu deren Lebensprinzipien bisher nicht die Salutogenese gehörte – die Gesundheitsentstehung als Wert an sich –, sondern die Pathogenese mit einer auf Funktionalität, Planbarkeit, Kontrollierbarkeit, Effizienz und monetären Gewinn ausgerichteten Hochglanzmedizin, befindet sich in einem Teufelskreis. Der einzelne Mensch in dieser Gesellschaft wird Opfer seiner Ansprüche – oder die anderer – an Machbarkeit und übersieht, dass sein Glück darin liegt, wie er selbst der Welt begegnet.

Deshalb ist jede Erkrankung, die nicht entsteht, die beste Entlastung für den präventologisch Handelnden und gleichsam ethisch Denkenden: „Seit der Antike dient ethisches Denken in erster Linie dazu, dem Menschen dabei zu helfen, ein erfülltes Leben zu führen. Ethisches Denken also als Anleitung zu einem guten Leben,“ schreibt Prof. Giovanni Maio, Arzt, Philosoph und Medizinethiker an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.[1]

Zu diesem gelingenden Leben gehören Maßnahmen, die sich nicht nur auf Korrekturen durch eine immer moderner werdende Medizin beschränken, nach dem Motto: Blutdruck zu hoch, Pille einwerfen. Jenseits jeglicher Präventionsgesetze geht es um aktive, im Wortsinn selbst-bewusste Korrekturen von Risikoverhalten im Alltag mit ganzheitlichen Ansätzen. Bereits kleine Veränderungen können große Wirkungen zeigen:

  • Das „Richtige“ und weniger essen,
  • sich täglich (mindestens) 30 Minuten bewegen,
  • bei Belastungen entspannt bleiben,
  • gut mit sich und anderen umgehen,
  • auf ausreichenden Impfschutz achten.

Ein „gesunder Lebensstil“ kann die Lebenserwartung um elf bis 14 Jahre verlängern, lauten Zwischenergebnisse aus EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition), der größten europäischen prospektiven Kohortenstudie, die seit 1994 den Einfluss der Ernährung auf die Entstehung chronischer Erkrankungen erforscht.[2,3] Verhindern lassen sich [4]

  • 92% aller Herzinfarkte,
  • 90% aller Diabeteserkrankungen,
  • 85% aller Erkrankungen des Knochen- und Muskelsystems,
  • 50% aller Krebserkrankungen.

SecondaVita Prävention unterstützt Sie hierbei – mit einem Mind Body Medizin-Training bzw. Lebensstiltraining mit individuell abgestimmten Maßnahmen und Strategien, die Ihnen auch noch nach einem 10-Wochen-Programm helfen, Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden ganzheitlich selbst und eigenverantwortlich zu steuern. Die Methoden wurden und werden vielfach untersucht, sind wissenschaftlich anerkannt und in ihren positiven Auswirkungen auf die Körpersysteme nachgewiesen. Und da jeglicher Sieg im Kopf entschieden wird, werden Erkenntnisse der Hirnforschung berücksichtigt.

 

Zum Thema

Nationale Kohorte: Was macht krank, was hält gesund?


1 Maio, Giovanni: Medizin ohne Maß? Vom Diktat des Machbaren zu einer Ethik der Besonnenheit. Trias Verlag 2o14

<

p style=“text-align: left;“>2, 3 EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition): Studie 2006, Studie 2008
4 EPIC Studie 2oo4