Wohlwollend denken

Negative Gedanken. Das Unangenehme daran ist, dass sie alles noch schlimmer machen. Ob jede Situation, und sei sie noch so bitter, immer auch Gutes birgt, darüber lässt sich nicht wirklich diskutieren. Es gibt Menschen, die sind resilient, andere sind es nicht.

Gleichwohl lässt sich etwas an dem Versuch tun, Zusammenhänge zwischen Ursachen und Wirkungen herzustellen und die Destillate in einen größeren Kontext zu stellen. In der Psychologie geht man davon aus, dass die Art, wie ein Mensch sich und das Leben sieht, von seinen Einstellungen, Gedanken, Bildern, Selbstgesprächen und Interpretationen aktiv beeinflusst wird. Inhalt und Qualität von Kognitionen beeinflussen Gefühle, Verhalten, Körperreaktionen und schließlich die Gesundheit.

Beispielsweise kann aus der sich wiederholenden Erfahrung der Hilflosigkeit in verschiedenen Situationen der Lerneffekt entstehen, das Leben nicht meistern zu können. „Erlernte Hilflosigkeit“ führt zu Denkmustern wie „Ich kann nichts, ich bin ein Loser, egal, was ich tue.“ Und ist ein Wegbereiter für Depression. Depressive Erkrankungen sind gekennzeichnet durch eine mangelnde Bewältigung und Kontrolle von negativen Gedanken, Eindrücken und Gefühlen.

Umgekehrt sind Narzissten und Psychopathen so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass die Befindlichkeiten anderer sie weder interessieren noch berühren. Nicht von ungefähr werden sie in der Wissenschaft auch „Sozialstraftäter“ genannt – und zusammen mit den Machiavellisten, den skrupellosen Manipulatoren, als „Dunkle Triade“ bezeichnet.

Oder: Wer an einen Streit mit dem Partner oder an Probleme am Arbeitsplatz denkt (vielleicht wegen der eben genannten Mitarbeiter oder Vorgesetzten), kennt vielleicht innere Monologe wie „Das hört und hört nicht auf.“ – „Warum gerade ich…“ – „Das wird wieder ein grauenvoller Tag.“

Gerade im Zusammenhang mit klinischen psychischen bzw. psychiatrischen Erkrankungen ist es wichtig, seine eigenen negativen Gedanken, Überzeugungen, Gefühle zu kennen, sie lassen sich dann eher steuern. Sonst haben sie Sie, nicht Sie sie.

Negative Gedanken und Überzeugungen
wahrnehmen, ordnen, annehmen, ersetzen

 

Mit mentalen Verfahren lässt sich daran arbeiten, die eigene Person und stresserzeugende Situationen bzw. in stresserzeugenden Situationen realistischer wahrzunehmen. Grundannahme ist, dass destruktive Denk- und Verhaltensweisen erlernt wurden und wieder verlernt werden können. In entsprechenden Übungen werden automatisch auftauchende negative Gedanken und Überzeugungen identifiziert, bewertet und umgewandelt.

Wenn man ein Ziel hat, wird vieles unwichtig.
Dazu gehört auch die Einsamkeit
Wilfried Erdmann, Alleinsegler

In was? In Annahme vielleicht, in Annahme dessen, was ist. Das hat nichts mit Resignation oder Fatalismus zu tun. Im Gegenteil, es kann kreative Kraft entstehen und letztlich eine Haltung, die Dinge des Lebens sportlicher zu nehmen. Haltung ist ein besonderes Wort. Denn innere und äußere Haltung bilden den Gesamtzustand ab. In dem Sinne kann es nicht schaden, sportlich zu sein und jegliche Bewegungen bewusst auszuführen. Das heißt, auf das „Wie“ des Tuns zu achten.

Nach dem Prinzip funktionieren nahezu alle mentalen Trainingsformen, die Ziele sind stets die gleichen. Auf dieser Basis funktionieren auch mein Mind Body Medizin-Training und meine Præventionsoachings:

Ziele des Mind Body Medizin Trainings und des Präventionscoachings:

 

  • Wohlwollende Grundeinstellung
  • Innere Kraftquellen nutzen
  • Sich besser kennenlernen
  • Die 5S
  • Integrativer Umgang mit Krisen, Konflikten, Widerständen 
  • ein guter, zumindest besserer Schwimmer werden
  • Visionen entwickeln, um Ziele greifbarer zu machen

 

Auf dem Weg zu neuen Ufern und zu Antworten ist es hilfreich, sich – und andere – nicht unter Druck zu setzen. Um Wohlwollen zu „schenken“ und uneigennützig für jemanden da zu sein, müssen wir uns selbst wohlfühlen. Es gibt ein paar Qualitäten oder auch ungeschriebene Gesetze, eines ist Geduld gepaart mit Gelassenheit, denn „ein Jegliches hat seine Zeit“. Darüber hinaus gibt es Meditationen, in denen es darum geht, eine Einstellung freundlichen Wohlwollens sich selbst und anderen gegenüber zu entwickeln.

„Man muss überdies von einem bequemen Rezeptdenken Abschied nehmen, der Suche nach fertigen, situationsunabhängig gültigen Prinzipien, die für alle gelten können – immer und überall,“ schreiben Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun, der Erfinder der Kommunikationspsychologie, und der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Bernhard Pörksen.〈1〉 Was bleibe, sind gedankliche Rahmenbildungen, Werkzeuge zur Entdeckung der eigenen, individuellen Lösung.

Beste Ausdrucksform für das Ergebnis derart reflexiver Prozesse sind gute Selbstgespräche. Darüber hinaus ist es im Idealfall eine Art des Miteinander-Redens, die sich für beide Seiten als bereichernd erweist, da sie geprägt ist von „3 W“: Wertschätzung, emotionale Wärme, kluge Worte.

Und wenn man doch einmal ein Rezept präsentiert,
so bleibt dies der Selbsterarbeitung überlassen
Friedemann Schulz von Thun

 


 

1 Pörksen B und Schulz von Thun F: Kommunikation als Lebenskunst. Philosophie und Praxis des Miteinander-Redens. Carl Auer, 2o14