Brainfood statt Junkfood: Dreimal täglich weniger Wut

 

 

 

“Ein Liebhaber guten Essens investiert nicht in Qualität, sondern in sich.”  Passt irgendwie zum Start in ein neues Jahrzehnt, dieser Satz. Man könnte auch sagen: Weniger Wut, bitte. Denn Forscher in aller Welt zeigen gerade, dass Lebenszufriedenheit direkt verknüpft ist mit gesunder Ernährung.

 

“Willst Du erkennen, lerne zu handeln”, lautet ein Bonmot des Physikers Heinz von Foerster. Es lässt sich spontan ergänzen: … und gesund zu essen. Denn viele Forschungsarbeiten bestätigen derzeit, dass die Ernährung direkt die Leistungsfähigkeit des Gehirns, unsere seelische Verfassung und mentale Gesundheit beeinflusst.

Das Gehirn isst mit, immer. Es verbraucht mehr als 20 Prozent des täglichen Energiebedarfs. Wird es gleichmäßig gut gefüttert, kann es tagsüber auf vollen Touren laufen und nachts regenerieren. Erkenntnisse dazu liefert neuerdings eine junge Wissenschaft, die über die gesamte Lebensspanne für die Gehirngesundheit untersucht, was wir so zu uns nehmen. 

Der Name: Nutritional Cognitive Neuroscience. Das Lieblingsthema: Neuro Nutrion oder Brainfood – jene ballaststoff-, obst- und gemüsereiche Ernährung, die unerlässlich ist fürs optimale Funktionieren der grauen Zellen. Also für spürbar bessere Hirnleistung und Laune, Konzentration und Kreativität, geringeres Stresserleben und tieferen Schlaf. Ja, und offenbar auch für mehr Zufriedenheit mit sich und dem Leben.

Rund 50 Nährstoffe brauchen Kopf und Körper dafür – und ganz allgemein zum Gesundbleiben, Lieben und Lernen, Arbeiten und Mitarbeiter führen. Was, wenn das System Mensch die dauerhaft nicht bekommt? Wird es krank – umso mehr bei einem Lebensstil mit wenig tiefenentspannenden Ruhephasen und noch weniger Bewegung. 

Könnte die regelmäßige Portion Nüsse, Fisch, Beeren, Hafer, Kohl und Co. die Welt sogar zu einem friedlicheren Ort machen? Dr. Ap Zaalberg vom Forschungsinstitut des niederländischen Justizministeriums bemerkt jedenfalls in der TV-Dokumentation Unser Hirn ist, was es isst: “Mit industriell produzierten und stark verarbeiteten Sachen, die keinerlei Nährstoffe mehr haben, füttern wir das Monster in uns.”

In seinen Untersuchungen mit Gefängnisinsassen, aber auch in australischen Studien mit Kindern und Erwachsenen, wird immer offensichtlicher: Zu einseitig, zu viel, zu fett, zu salzig – und immer zu süß – kommt nicht länger nur einem Anschlag auf Leib und Leben gleich, sondern auch auf das Gehirn.

Junkfood gilt als einer der Schlüssel für emotionale Störungen: für Impulsivität, Aggression, Gewalttätigkeit. Andere Arbeiten finden ein Risiko für Depressionen und Ängstlichkeit. Vor allem ungünstige Fette und Zucker stehen im Verdacht, das Zusammenspiel der Nervenzellen und so die Aktivitäten verschiedener Hirnareale zu stören, die für das Lernen, die Erinnerung und räumliche Orientierung zuständig sind.

„Als fester Bestandteil des Alltags kann Essen viele verschiedene biochemische Vorgänge anstoßen und sogar unser Handeln und Denken beeinflussen”, sagt die Psychologin und Hirnforscherin Prof. Soyoung Q Park, die am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und an der Charité die Abteilung Neurowissenschaft der Entscheidung leitet. 

Allein durch die Wahl eines Lebensmittels und den Verzehr zu einer bestimmten Zeit lässt sich einiges steuern. Zum Beispiel das morgendliche Müsli – selbstgemacht aus Getreideflocken, frischem Obst, Nüssen, Biomilch oder -joghurt: Eine bessere Basis gibt´s wohl kaum, um jeden Tag aufs Neue den lauernden Säbelzahntiger zu besiegen. Es füllt leere Energiespeicher viele Stunden, sättigt lange, schützt vor Heißhungerattacken.

Und unterstützt nicht zuletzt die Darmgesundheit. Denn an allem ist der Darm beteiligt, das VIP-Organ der Jetztzeit. Die Bakterien der Darmflora vermitteln zwischen Nahrung und Neuronen; sie kommunizieren mit ihnen über wichtige Teile des Nervensystems und steuern, wie wir uns fühlen: fröhlich oder jämmerlich, optimistisch oder verzagt. Oder eben auf Krawall gebürstet.

Wie genau sie das tun, ist noch Hypothese. Doch klar scheint inzwischen zu sein, dass die Meldung “Zu viel schlechtes Fett und Zucker unterwegs!” früher oder später über das Immunsystem im ganzen Körper Entzündungen auslöst, auch im Gehirn. Die eigentlich undurchlässige Blut-Hirn-Schranke wird überwunden. Am National Cancer Institut in Bethesda/Maryland geht man davon aus, dass mindestens jede fünfte Krebsdiagnose durch schwelende Entzündungen angeschubst wird.

Wer kann das ernsthaft wollen? Eben. Deshalb setzt sich eine Idee immer mehr durch: Mit Pflanzenstoffen, “guten” Fetten und all den anderen Schätzen aus hochwertigem Essen die Hirnchemie steuern, um positiv auf Befinden und Verhalten zu wirken.

Wie die Zusammenhänge sind und wie die richtigen Lebensmittel nicht nur präventiv funktionieren, sondern Licht in den Tunnel auch bei Dauerstress bringen: Forscher folgen allen Fährten, vor allem denen der mediterranen Küche. Selbst wenn die in traditioneller Form kaum noch anzutreffen ist, da die Qualität sich verändert hat und auch im Süden Europas längst Fastfood konsumiert wird, so bleibt sie ein Synonym für die Bandbreite an frischer, pflanzlicher, gering verarbeiteter Nahrung.

Alle Studien zeigen: Die Kombination von Gemüse, Fisch, Geflügel, Getreide, Nüssen, Käse, Früchten und Olivenöl – bei uns ist auch Rapsöl angesagt – führt zu einer bunten Vielfalt an Darmbakterien und soll die kleinen grauen Zellen richtig fit machen. Der Zeitgeist nennt das Plant Based Food. Und meint damit eine meist vegetarische Kost, bei der man sich gelegentlich biologisch produziertes Fleisch auf den Teller legt.

Unser Überblick über die wichtigsten Elemente eines idealen Hirnfutters entspricht letztlich einem idealen Healthfood, klar. Dafür ist nicht nur der private Lebensraum das perfekte Setting. Längst sind auch Schulen, Unternehmen, Tagungshotels im Fokus. Dort lassen sich die Bildungshungrigen, etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung und schließlich Manager erreichen: alle, die sich sowieso schon für Brainfood interessieren und jene, die wenig drüber nachdenken. 

Omega-3-Fettsäuren

Bekannt sind sie für ihren Einfluss auf Herz und Gefäße. Noch nicht wirklich herumgesprochen hat sich, dass sie auch für die Entwicklung, Struktur und Funktion des Gehirns (und der Augen) und für die Intelligenz fundamental sind. Niedrige Werte finden sich u. a. bei Depression und AD(H)S. Da der Körper O3FS nicht selbst herstellen kann, unterstützen wir ihn am besten. Je mehr, je besser.

ToP 1o   Algen, Lein-, Chia-, Walnussöl, Leinsamen, Walnüsse, Fettfische wie Lachs, Makrele, Sardelle, Sardine. 

Komplexe Kohlenhydrate

Mit Kohlenhydraten wird in aller Regel Industriezucker und „leere Kalorien“ in Weißbrot oder Gebäck assoziiert. Doch es gibt noch die komplexen Kohlenhydrate, sie zählen zu den wichtigsten Energielieferanten des Gehirns. Davon hat es lange was, wir können zum Beispiel mehrere Stunden fokussiert an etwas arbeiten. In der deutschen Ernährungswissenschaft wurde die Mittelmeerkost auch deshalb um Vollwertigkeit erweitert. KK liefern gleichzeitig Mineral-, Ballaststoffe und Vitamine, die wiederum dafür sorgen, dass die Hirnzellen schnell und präzise Informationen austauschen.

ToP 1o  Vollkornbrot, Naturreis, Quinoa, Polenta, Bohnen, Haferflocken, Zuckerschoten, Kichererbsen, (Süß-)Kartoffeln, Bananen.

Proteine

Ohne Proteine, also Eiweiße, ist alles nichts. Deren Bausteine, die Aminosäuren, wirken im Gehirn als Vorläufer von Botenstoffen wie Dopamin oder Serotonin – bestens bekannt als Glückshormone. Als Botenstoffe selbst werden sie gebraucht für die Kommunikation zwischen den Hirnarealen. Etwa wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, erholsam zu schlafen, zu fühlen, gegen Stress und Kälte anzukämpfen. Einige Aminosäuren müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, sinnvoll ist ein Mix aus pflanzlichen und tierischen Quellen.

ToP 1o  Alle diese sogenannten essentiellen Aminosäuren sind im Hühnerei enthalten. Andere Eiweißquellen sind Vollmilch und Milchprodukte, Sojaprodukte, Kürbiskerne, Lupinen, Pasta, Linsen, mageres Fleisch und Süßwasserfische aus nachhaltiger Fischerei mit akzeptablen Tötungsmethoden.

Sekundäre Pflanzenstoffe

SPS kommen in allen Pflanzen in nur geringen Mengen, aber gigantischer Vielfalt vor.

Der Versuch, sie in einer Zahl zu erfassen, ist schwierig, man geht von mindestens 80.000 aus, die unter anderem für den Geschmack, den Duft und die Farbe von Obst und Gemüse verantwortlich sind. Mit der Produktion von SPS sichern Pflanzen ihr eigenes Überleben. Im übertragenen Sinne werden sie als unentbehrlich für den Menschen eingestuft. 

Viele SPS jagen freie Radikale und schützen so die DNA vor Erbgutschäden. Und tiefer liegende Gewebeschichten setzen sozusagen keinen Rost an. Dies heißt fürs Hirn: Besonders eine Gruppe, die Polyphenole, erhält die Lern- und Gedächtnisfähigkeit. Von Bedeutung sind diese vier: die Ferula-, Kaffee-, Ellagsäure und Resveratrol.

ToP 1o  Ferula- und Kaffeesäure stecken in Grün-, Weißkohl, Paprika; Ellagsäure in allen Beeren, Walnüssen, im Granatapfel; Resveratrol vor allem in roten Trauben, Himbeeren, Pflaumen, Erdnüssen.

Sauerstoff 

Ein fitter und schneller Geist, aufmerksam, wach und witzig: Das klappt mit Flüssigkeit. Viel trinken versorgt den Kopf mit Sauerstoff und durchblutet anständig. Nein, Alkohol ist nicht gemeint. Ansonsten sind die Empfehlungen naturgemäß immer die gleichen: Jeden Tag rund zwei Liter zuckerfrei und kalorienarm. Frisch gepresste Frucht- und Gemüsesäfte sowie Smoothies sind super Zwischenmahlzeiten.

ToP 5   Stilles Wasser, gegebenenfalls angereichert z. B. mit frischem Ingwer, selbst gemixte Saftschorlen im Verhältnis 1:3 Saft/Wasser, Tees in Bioqualität (Stichwort: Pestizide), fettarme Brühen. Beim Kaffee entsprechen zwei bis drei Tassen bis zu 300 mg Koffein, das regt die Nervenzellen ausreichend an.

Das gewisse Etwas 

Mediterran-vollwertig heißt nicht zuletzt: Wer sich angewöhnt, auf dem Wochenmarkt, im Hofladen und beim Bauern seines Vertrauens einzukaufen, kann die Nutri Scores dieser Welt komplett ignorieren. Denn charakteristisch für “echte“ Lebensmittel sind geringe Mengen an Zucker, Salz, versteckten (Palm-)Fetten. Und: keine meterlangen Listen an synthetischen Zusätzen, nirgends.

Kennen Sie die Faustregel “Finger weg von Zubereitungen mit mehr als fünf Zutaten”? Alles darüber soll dem Leben – dem guten zumal – nicht unbedingt zuträglich sein. Jedenfalls nicht im Sinne eines anderen Gedankens, dem des Journalisten und Autors Gero von Randow: “Ein Liebhaber guten Essens investiert nicht in Qualität, sondern in sich.” Passt irgendwie zum Start in ein neues Jahrzehnt.

 

 

 

Welchen Weg will ich gehen?

 

 

 

 
ES BRAUCHT EINE HANDFESTE ERSCHÖPFUNGSKRISE ODER DEN ZUSAMMENBRUCH, BIS JEMAND BEREIT IST, SICH MIT SEINEN INNEREN TREIBERN AUSEINANDERZUSETZEN. ERST DANN LAUTEN ZENTRALE FRAGEN: WO STEHE ICH IM LEBEN? WELCHEM IMPULS FOLGE ICH EIGENTLICH? WELCHEN WEG WILL ICH GEHEN?

 

Achtsamkeit ist nur noch ein Wort. Oder? Je nachdem, wen Sie in diesen Tagen fragen, was Achtsamkeit ist, werden Sie eine andere Antwort erhalten. Einige sagen: eine Art zu meditieren. Andere sehen darin eine Technik zur Selbstoptimierung. Wieder andere winken gleich ganz ab, weil sie erleben, wie ein ursprünglich buddhistischer Impuls für einen bewussteren Lebensstil zerrieben wird zwischen Esoterik-Ideologie und Dalai-Lama-Hysterie, den Eigeninteressen des Marketings und denen einer missionarischen Mindfulness-Szene.

“Die Blüten der Achtsamkeit sind deshalb so bunt, weil sie genährt werden von Zuschreibungen, die nicht stimmen”, sagte Prof. Dr. Götz Mund­le, Lei­ter des Zentrums für See­li­sche Ge­sund­heit – Oberberg City Berlin, im Gespräch für das Handelsblatt. Dem Fach­arzt für Psych­ia­trie und Psy­cho­the­ra­pie mit einer Ex­per­ti­se im Be­reich Suchterkrankungen, geht es weder um Ziele, noch darum, dass in meditativer Entrücktheit alles gut wird, oder um den schönen Effekt der Entspannung. Sondern um die Fähigkeit, anders als reflexhaft auf die Welt zu reagieren. “Achtsamkeit heißt wahrzunehmen, was ist. Das bedarf der Übung, das kann schmerzhaft sein.”

Es braucht eine handfeste Erschöpfungskrise oder den Zusammenbruch, bis jemand bereit ist, sich mit seinen inneren Treibern auseinanderzusetzen. Erst dann lauten zentrale Fragen: Wo stehe ich im Leben? Welchem Impuls folge ich eigentlich? Welchen Weg will ich gehen? Was ist mir wirklich wichtig?

ANDERS ALS MIT NEURO-ENHANCERN AUF DIE WELT REAGIEREN

 

Führungskräfte, die an dem Punkt ankommen, haben sich am äußeren, mehr noch am eigenen hohen Leistungsanspruch des erfolgreichen Managers im 21. Jahrhundert verschlissen, “Virtuosen im Umgang mit Komplexität” sein zu müssen, wie es der Wirtschaftswissenschaftler Fredmund Malik mal formuliert hat: “Ein guter Teil ihrer Entlohnung ist nämlich ein Schmerzensgeld dafür, in problembeladenen Situationen lösungsorientiert zu wirken.” Das Ganze bitte recht freundlich.

Bis sie diese Dynamik unterbrechen und im Idealfall selbst Hilfe suchen, dauert es. Lange. Denn in den Mechanismen des Müssens ähneln Entscheider den Marathonläufern: Ausgestattet mit hohen Kompetenzen, können sie im Run um Anerkennung viel aushalten, Daueranspannung ebenso wie Schlafmangel oder unangenehme Gefühle und Gedanken. Nun ist es eine Binse, dass für alle und jeden regelmäßiger Rückzug in andere Räume wichtig ist, um im eigenen Tempo einfach nur sein zu können. Wenn aber solche Alternativen fehlen und es eine Bereitschaft für Suchtmittel gibt, sind die Wege heute kurz. Dem Bedürftigen steht eine breite Palette an sogenannten Neuro-Enhancern, vulgo: Leistungsverstärkern, zur Verfügung. Das sind illegale Drogen und meist verordnungspflichtige psychoaktive Substanzen.

Wer sich darauf einlässt und tagsüber die geistigen Höhenflüge befeuert, hellwach bleibt – auch wenn Schlafenszeit ist, wer Angst löst, Stresserleben dämpft, Konzentration und Motivation erhöht, die Stimmung aufhellt, Schmerzen bekämpft, Nervosität und Unruhe abbaut … und abends mit Alkohol und Beruhigungsmitteln abschaltet, steckt mittendrin im Missbrauch.

Laut DAK-Gesundheitsreport 2015 “Doping am Arbeitsplatz“ konsumieren knapp drei Millionen Beschäftigte neben Kokain und Ecstasy vor allem Psychostimulanzien, Betablocker, Antidepressiva, Opioide. Auch natürliche Stoffe wie Koffein oder frei verkäufliche Pflanzenprodukte wie Ginkgo biloba werden als Neuro-Enhancer verwendet. Etwa 5,1 Prozent von den drei Millionen sind Hochqualifizierte. Die Dunkelziffer gilt als hoch, Substanzmissbrauch verschwindet in allen Firmenhierarchien hinter dem Feigenblatt der Unauffälligkeit.

“Die Sachen werden freilich nicht eingenommen, um eine Diagnose zu behandeln, sei es AD(H)S oder eine Depression”, weiß Franz Horst Wimmer, Kriminalbeamter a.D. aus Fürth, der nach 40 Jahren im Drogenkommissariat jetzt Unternehmen in der Prävention berät. Wimmer weist darauf hin, dass in der Regel ein Bewusstsein für die Nebenwirkungen und Folgen fehle: “Statistiken der letzten Jahre zeigen Milliardenverluste, die Industrie und Wirtschaft durch substanzbedingte Ausfallzeiten, Qualitätseinbußen, aufwendige Straf- und Zivilverfahren verbuchen mussten.” Wenn die Tarnung schließlich auffliegt, weil Führungsverantwortliche selbst oder das Umfeld angesichts von surrealem Verhalten oder einer sich ändernden Persönlichkeit erkennen, dass sie krank sind – dann geschieht der Ausweg individuell, doch immer in mehreren Stufen.

GLAUB NICHT ALLES, WAS DU DENKST

 

Achtsamkeit wirkt da geradezu bescheiden im Verhältnis zur Wucht der Problematik. Der Schein trügt, da sie inzwischen als “isoliertes Instrument missbraucht wird“, betont Mundle, “und doch eingebettet gehört in eine Lebensführung, welche die Fähigkeit stärkt, gut mit sich und anderen umzugehen. Dazu gehört es, sich anzuschauen als ein Mensch mit Licht- und Schattenseiten, mit Erfolg und Scheitern, mit Lust und Leid.”

Der erste Schritt ist jenes weltanschaulich neutrale Training zum Stressabbau von Jon Kabat-Zinn. Ab Ende 1979 hat der Molekularbiologe, Verhaltensmediziner und Meditationslehrer die Mindfulness Based Stress Reduction, kurz: MBSR, an der University of Massachusetts entwickelt und wissenschaftlich seriös verankert. Zunächst ergänzend zu klinischen Behandlungen für chronisch Kranke, speziell Schmerzpatienten. MBSR funktioniert, indem innerhalb von acht Wochen die Teilnehmer einmal wöchentlich 2,5 Stunden Selbstwahrnehmung und Konzentration in der Stille üben. Zu jeder Zeit wird der Atmung, der Kunst des Lassens und dem wertschätzenden Erfahrungsaustausch große Bedeutung beigemessen, auch zwischen den Treffen.

“Glaub nicht alles, was Du denkst”, heißt ein zentraler Satz im MBSR. Gemeint ist, dass wir Abstand nehmen vom „inneren Geschwätz“ und nichts, rein gar nichts beurteilen, etwa in der Meditation. Diese und andere Übungen werden im Sitzen und Stehen, Liegen und Gehen durchgeführt. Der Fokus liegt darauf, Kopf und Körper „leer zu machen” und den Blick zu klären – um sich neu und besser auszurichten, um die persönlichen Fähigkeiten in Einklang zu bringen mit Werten und Wünschen.

SICH BEWUSST UND RUHIG DEM ZUWENDEN,
WAS UNS HERAUSFORDERT

 

Inzwischen ist das Programm tausendfach untersucht. Studien zeigen die Wirkungen aufs Gehirn und Immunsystem; auf die Möglichkeiten, kraftvoll ein psychisches und körperliches Wohlbefinden bei Erschöpfung, Angst und Panik herbeizuführen. Spezielle Varianten bedienen die Depressionen, das Suchtverhalten, Krisen bei Krebs. Außerdem wird es in der ganzheitlichen Vor- und Nachsorge angewendet.

Historisch ist die Schulung der Achtsamkeit eine Schulung des Geistes, um Kompetenzen zu entwickeln, die das Leben erleichtern – vor allem, wenn es wieder verrückt spielt. Mitgefühl und Widerstandskraft zum Beispiel. “Sich bewusst und ruhig dem zuzuwenden, was uns herausfordert und leiden lässt, ist die Lernaufgabe der Achtsamkeit”, schreibt Kabat-Zinn in einem seiner Bücher. “Sie regt dazu an, das eigene Handeln zu hinterfragen, indem sie Muster durchbricht, die Menschen sonst in einer Abwärtsspirale gefangen halten.”

Diese Spirale in Firmen mit einer Kultur der Sensibilität zu durchbrechen, ist dem Referenten und Buchautor Wimmer ein Anliegen. “Im Kontext zu suchterzeugenden Substanzen gibt es eine ebenso große Bagatellisierung wie ein großes Schweigen, und selten Kontrollen, um frühzeitig Auffälligkeiten zu erkennen – auf allen Firmenebenen.” Wesentlich wäre die Frage nach der richtigen Reaktion und professionellen Intervention. Das setze ein Basiswissen in dem Themenspektrum voraus und betriebliche Angebote, die bei der Vorbeugung ansetzen. Wimmers Erfahrung: “Führungspersonal, das hier blockiert, hat oft das Problem, dass es keine schlafenden Hunde wecken will.”

Etwas stimmt nicht. SecondaVita Prævention und Klares Coaching weisen neue Wege. 

 

Wir sprechen oft großspurig von der Flexibilität des Denkens. Wir wissen aber gar nicht,
dass viele unserer Wissenskonstruktionen blockiert werden durch alte reproduktive Muster,
durch Kopfbewohner-Botschaften, die davor warnen,
neue, ungewohnte oder tabu-verletzende Konstruktionen zu wagen.

 

Matthias Varga von Kibéd

 

Ich gründe eine Müßiggæng

  
JA, ES KÖNNTE BALD SO WEIT KOMMEN, DASS MAN EINEM HANGE ZUR VITA CONTEMPLATIVA (DAS HEISST ZUM SPAZIERENGEHEN MIT GEDANKEN UND FREUNDEN) NICHT OHNE SELBSTVERACHTUNG UND SCHLECHTES GEWISSEN NACHGÄBE. F Nietzsche

 

Die Pferde hießen Achtsamkeit, Entschleunigung und Resilienz, sie sind tot. Zugrunde geritten vom Mainstream, von Lifestyle-Apologeten, Mindfulness-Ideologen und von Ex-Managern, die auf Berater, Trainer, (selbsternannten) Coach umgesattelt haben. Für ein paar Späte mag gelegentlich „eine Portion“ von diesem oder jenem ja funktionieren, der eine und andere Pionier und Dinosaurier hingegen reibt sich die Augen: Was hat Hype mit Haltung zu tun? Ich bin raus und gründe eine Müßiggæng. Warum? Darum: 

Die Zeiten sind obskur, wir wissen nicht, was morgen ist.

Lassen ist gesünder als klammern.

Stress ist längst kein Zeitgeist mehr, sondern die Unmöglichkeit eine gesunde Balance herzustellen.

Selbstoptimierer sehen nicht, dass sie sich maximal aufreiben (lassen) für die Ziele anderer. Spannend würde es freilich, wenn sie es nicht sehen wollen.

Atemlosigkeit ist der größte Feind der Hingabe.

Höchste Zeit für einen liebevollen Blick auf sich.

Es ist großartig, jenem Teil des Lebens bewusst Raum zu geben, der im Alltag fast immer zu kurz kommt: Innehalten, Abstand nehmen, gut zu sich (und anderen) sein.

Kleine Reisen an magische Orte erweitern den Blick nach innen und nach vorn.

Klarheit dient der Lebensqualität, der eigenen und der des (Arbeits)Umfelds.

Ruhe und Reflexion öffnen die Sinne, verleihen dem Geist Flügel, erzeugen mutige Gedanken. Eines wie das andere fühlt sich extrem gut an.

Das Gefühl von Selbstbestimmtheit und tiefer Freude ist ein wichtiger Maßstab dafür, wie das Leben aussehen soll.

SIND SIE DABEI? FEIN, WAS MOTIVIERT SIE? ICH FREUE MICH AUF IHRE GEDANKEN. UND DANN

Let´s start am Ruhepol: in aller Stille, in Bewegung, beim gemütlichen gemeinsamen Speisen in der guten Gesellschaft Gleichgesinnter, die wie Sie individuelle und weltanschaulich neutrale Wege suchen, um mit den Dingen des Lebens anders umzugehen – gelassener, zufriedenstellender, leichter … Freuen Sie sich auf ein „Abenteuer“ der anderen Art zu fast jeder Jahreszeit, wir freuen uns auf Sie.

Für Paare, kleine Gruppen und Unternehmen planen wir nach Ihren Wünschen.

 

FRÜHLING + HERBST
IM GUTSHAUS LUDORF AN DER MÜRITZ
FRÜHLING + HERBST
 IM GUTSHAUS WESSELSTORF IM MECKLENBURGER PARKLAND 

 

„Ethisches Denken also als Anleitung zu einem guten Leben“

 

 

Alles wird gesund. Alles ist machbar. Endlich Schluss mit diesem oder jenem. Wir leben – auch – in einem durch und durch oberflächlichen Zeitalter, das von Jugendlichkeit und Fitness geradezu besessen ist. Dafür ist kein Weg zu weit, kein Versprechen zu teuer.

Was ist das, Selbstoptimierung um jeden Preis? Prävention? Die Antworten werden naturgemäß unterschiedlich ausfallen, da jeder Einzelne etwas anderes unter den Begriffen versteht.

Mein Thema ist nun mal die Prävention, und hier gilt: Grundsätzlich ist alles Prävention, was Krankheit verhindert, verzögert oder weniger wahrscheinlich macht. Der Begriff selbst kommt vom lateinischen praevenire und bedeutet zuvorkommen. Prävention setzt zeitlich vor dem Eintritt eines Risikos an, Therapie danach.

Schon mit den klassischen Möglichkeiten der Prävention kann jeder den großen Volkskrankheiten aktiv entgegenwirken oder, bei bestehenden Störungen, Schlimmeres abwenden. Jede Krankheit, die nicht entsteht, ist die beste Entlastung für – ja, für wen eigentlich?

Eine Gesellschaft, zu deren Lebensprinzipien bisher nicht die Salutogenese – die Gesundheitsentstehung als Wert an sich – gehörte, sondern die Pathogenese mit einer auf Funktionalität, Planbarkeit, Kontrollierbarkeit, Effizienz und monetären Gewinn ausgerichteten Hochglanzmedizin, befindet sich in einem Teufelskreis: Der Einzelne wird zum Opfer seiner Ansprüche – oder die anderer – an Machbarkeit und übersieht, dass sein Glück darin liegt, wie er selbst der Welt begegnet.

SEIT DER ANTIKE DIENT ETHISCHES DENKEN
IN ERSTER LINIE DAZU, DEM MENSCHEN DABEI ZU HELFEN,
EIN ERFÜLLTES LEBEN ZU FÜHREN. ETHISCHES DENKEN ALSO
ALS ANLEITUNG ZU EINEM GUTEN LEBEN.
GIOVANNI MAIO

 

Deshalb ist jede Erkrankung, die nicht entsteht, die beste Entlastung für den präventologisch Handelnden und gleichsam ethisch Denkenden: „Seit der Antike dient ethisches Denken in erster Linie dazu, dem Menschen dabei zu helfen, ein erfülltes Leben zu führen. Ethisches Denken also als Anleitung zu einem guten Leben,“ schreibt Prof. Giovanni Maio, Arzt, Philosoph und Medizinethiker an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.〈1〉

ELF BIS 14 JAHRE LÄNGER LEBEN

 

Zu diesem gelingenden Leben gehören Maßnahmen, die sich nicht nur auf Korrekturen durch eine immer moderner werdende Medizin beschränken, nach dem Motto: Blutdruck zu hoch, Pille einwerfen. Jenseits jeglicher Präventionsgesetze geht es um aktive, im Wortsinn selbst-bewusste Korrekturen von Risikoverhalten im Alltag mit ganzheitlichen Ansätzen. Bereits kleine Veränderungen können große Wirkungen zeigen:

 Das „Richtige“ und weniger essen
 Sich täglich (mindestens) 30 Minuten bewegen
 Bei Belastungen entspannt bleiben
 Gut mit sich und anderen umgehen
 Auf ausreichenden Impfschutz achten

Ein gesunder Lebensstil, mehr noch: „positive Gesundheit“, kann die Lebenserwartung um elf bis 14 Jahre verlängern, lauten Ergebnisse aus EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition), der größten europäischen prospektiven Kohortenstudie, die seit 1999 den Einfluss der Ernährung auf die Entstehung chronischer Erkrankungen erforscht. 〈2,3〉 Verhindern lassen sich 〈4〉

℘  92% aller Herzinfarkte
℘  90% aller Diabeteserkrankungen
℘  85% aller Erkrankungen des Knochen- und Muskelsystems
℘  50% aller Krebserkrankungen

Der Weg zu diesem Ziel ist eine Reise, an deren Anfang Selbstbestimmung und Selbstverantwortung stehen. Eines wie das andere ist für den Sozialphilosophen Prof. Armin G. Wildfeuer unentbehrlich für ein gelingendes Leben. Hinzu kommen 〈5〉

℘  Entschiedenheit bei der Auswahl aus der Vielfalt der Sinnangebote
℘  ein integrativer Umgang mit Widerständen
℘  die Fähigkeit zum Kompromiss
℘  Treue zum eigenen Lebensentwurf

Eine weitere Kraftquelle finden viele in ihrer Religiosität oder Spiritualität. Die einen glauben an einen Gott, andere daran, dass das Leben – jenseits von Konfessionen – Sinn und Bedeutung hat.

Sinn wiederum ist ein zentrales Thema in der Mind Body Medizin und damit in meinem Mind Body Medizin-Training/Selbstführungs-Training. Es ist der bewusst gesetzte Kontrapunkt zur Selbstoptimierung und hilft Ihnen nach einem 10-Wochen-Programm, Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden ganzheitlich, eigenverantwortlich – und in aller Ruhe – zu steuern. Und Ihre biographischen Risse, Sprünge, Brüche zu integrieren. Die Methoden wurden und werden vielfach untersucht, sind wissenschaftlich anerkannt und in ihren positiven Auswirkungen auf die Körpersysteme nachgewiesen. Und da jeglicher Sieg im Kopf entschieden wird, werden aktuelle Erkenntnisse der Hirnforschung berücksichtigt.

JUGENDLICHKEIT MIT WEISHEIT IST SEXY

Weil ich die Kombination Jugendlichkeit und Weisheit sexy finde, habe ich eine kompakte Version entwickelt: Slow.Flow.Glueck. Meine 3-, 4- und 6-Tagesseminare auf Basis der Mind Body Medizin und in der wundervollen Atmosphäre der Mecklenburger Gutshäuser Ludorf, Wesselstorf und mal gucken, was sonst noch passt, sind jeweils kleine Reisen zu einem Perspektivwechsel, zu „neuen Ohren“, ins Glück. 

Ich verbinde fünf Kernaspekte für ein gutes Leben:

℘  Innehalten und sich mit allen Bedürfnissen wahrnehmen
℘  In Kontakt kommen mit sich und anderen
℘  Zufrieden sein mit dem, was ist, und damit kreativ umgehen
℘  Den Körper und Geist ausgewogen bewegen
℘  Die Seele mit SlowSoul…Health Food wärmen

Sie sind in angenehmer Gesellschaft: in einer Gruppe mit maximal zehn Gleichgesinnten, die wie Sie individuelle Wege suchen, um den Dingen des Lebens anders zu begegnen.

Slow.Flow.Glueck ist für die einen der Einstieg in ein verändertes Lebensgefühl, andere erleben die Zeit als einen „perfekt ausbalancierten Weg, um zwischendurch alles loszulassen und beseelt“ (O-Ton eines Teilnehmers) in den Alltag zurückzukehren.

 
OHNE EINSICHT IN … DEN SINN DES GEGEBENEN
KÖNNEN WIR NICHT GLÜCKLICH WERDEN.
GIOVANNI MAIO
 

 

QUELLEN

1 Maio, Giovanni: Medizin ohne Maß? Vom Diktat des Machbaren zu einer Ethik der Besonnenheit. Trias Verlag 2o14

2, 3 EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition): Studie 2o1o

4 EPIC 2oo4

5 Wildfeuer AG: Das „gute“ oder „gelingende“ Leben im Ethos der Demokratie. 5. Symposium des Professorenforums, 12. bis 13. April 2002, J. W. Goethe Universität, Frankfurt/Main

 

ZUM THEMA

Klahre, AS: Nationale Kohorte: Was macht krank, was hält gesund? All die schoenen Worte, 11/2o14

 

Lebensstil, Darmgesundheit und Depression

 

Das Risiko, eine Depression zu entwickeln,
ist direkt verknüpft mit dem Lebensstil,
besonders mit schlechter Ernährung.

 

Rund 50 Nährstoffe braucht der Körper zum Leben, Arbeiten, Gesundbleiben und sich Wohlfühlen. Was, wenn er die dauerhaft nicht bekommt? Macht krank, sehr krank – und wird beschleunigt durch einen insgesamt ruinösen Lebensstil mit wenig Schlaf und noch weniger Bewegung. Einmal mehr zeigt jetzt eine australische Studie: Ein ungesunder Lebensstil mit einer ballaststoff-, obst- und gemüsearmen Ernährung und stattdessen stark verarbeiteten Nahrungsmitteln mit viel Fett, Zucker, Salz ist einer der Schlüssel auch für eine Depression.〈1〉

Zu diesem Ergebnis ist Dr. Joanna F. Dipnall vom Department of Statistics, Data Science and Epidemiology an der Swinburne University of Technology in Melbourne gelangt – mithilfe eines neuen Tools, dem Risk Index Depression (RID). Dieser enthält verschiedene Parameter zu individuellen Ernährungsfragen und dem Lebensstil und soll Medizinern und Erkrankten auch auf dieser Basis künftig helfen, erste Anzeichen einer Depression zu erkennen.

„Während die Risikofaktoren für Depression zunehmend bekannter werden, gibt es keinen Index für die Darstellung dieser Risikofaktoren“, schreiben Dipnall und Kollegen. „Wir wollten eine Methode entwickeln, die Schlüsseldeterminanten aus bereits veröffentlichten Forschungsarbeiten verwendet.“ Entsprechend wurden die Daten (Demographie, Klinik, Labor) aus der National Health and Nutrition Examination Survey (2009-2010, N = 5.546) ausgewertet. „Unser Ziel ist die Prävention“, so die Autoren. Auch die Veranlagung für Depressionen soll mit dem RID identifiziert werden können.

Völlig klar ist für die Wissenschaftlerin ein Zusammenhang zur Darmgesundheit. Ballaststoffe in Form von Vollkornprodukten, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen sind ein zentraler Faktor für die Darmgesundheit, die wiederum ist ein aktueller Schwerpunkt der Depressionsforschung.

Für Dipnall schließt sich hier ein Kreis: „Unsere Erkenntnisse liefern weitere Beweise dafür, dass Ernährung ein Hauptfaktor für die Darmgesundheit und das Depressionsrisiko ist.”

 

© Gero Sánchez | Flickr

 

Quelle


 

1 Dipnall JF et al: Aust & N Z Journal of Psychiatry
Online first 31. August 2017
https://doi.org/10.1177/0004867417726860

 

Zum Thema


 

Klahre AS: Dünne Haut, Risse in der Seele
SecondaVita Prævention, 22. Juni 2o15 und
Slow.Flow.Glueck, 8. Juli 2o17

Klahre AS: Ethical Food: Jeden Tag unverfälscht
SecondaVita Prævention, 18. Dezember 2o15

Klahre AS: Soul Food. Slow Food. Einfach gut
Slow.Flow.Glueck, 17. August 2o17

 

Innehalten

 

 

 

Eine gute Verbindung zum Partner, zu Freunden, zu Menschen im Berufsleben ist eine Quelle, aus der wir Energie für den Alltag gewinnen. Wie unersetzlich aber Momente sind, in denen wir innehalten, zeigt sich immer dann, wenn wir abseits von Aktivitäten – oder Aktionismus – und vielen Leuten zur Ruhe kommen, langsamer, still werden. Nichts tun.

Wer seinem Bedürfnis nach Rückzug von Zeit zu Zeit folgt und die Abgeschiedenheit sucht, kann konzentriert Gedanken sammeln, an einem Problem oder Thema arbeiten. Oder in „ruhiger Wachheit“ abwarten, bis Erkenntnisse sich von selbst einstellen. Eine anspruchsvolle Übung hierbei: Nichts, rein gar nichts werten, was einem so in den Kopf kommt.

Solche Selbstgespräche können gut begleitet werden von Büchern, Musik, Gehen in einsamen Landschaften, Medititationen … die Möglichkeiten sind grenzenlos. Je ruhiger und harmonischer die Umgebung ist, umso besser.
 
Die Gastgeber der wunderschönen Mecklenburger Gutshäuser Ludorf, Wesselstorf, Groß Toitin und ich laden dazu ein, drei, vier oder sechs Tage innezuhalten und mit dem exklusiven Slow.Flow.Glueck-Programm von allem zu entkoppeln, was stresst und anspannt: in Stille, mit heilsamer Bewegung, beim gemütlichen Speisen mit Gleichgesinnten.
 
Slow.Flow.Glueck ist gemacht für Damen, Herren, Paare, Eltern, Chefs, Mitarbeiter, Alleinherrscher – für alle, die individuelle Wege suchen, um

ς mit Überforderung, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und … besser umzugehen
ς Frustration, Ängste, Wut loszulassen
ς Schmerzen zu lindern
ς die Seele zu streicheln und den angestrengten Körper zu beruhigen
ς zu entschleunigen und still zu werden
ς den Lebensstil um schöne Impulse zu bereichern

Freuen Sie sich auf ein Abenteuer der anderen Art und lernen Sie sich neu kennen. Das Ergebnis ist mehr Kraft und Klarheit und das wunderbare Wissen, „the most difficult and the most intellectual thing in the world“ (Oscar Wilde) tun zu können: nichts. Jedenfalls nicht viel.

 

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Gestresstes Herz, was brauchst Du?

 

  

Ungefähr so viele Menschen wie eine Kleinstadt Bewohner hat, erliegen jedes Jahr einem plötzlichen Herztod.
Das sind mehr als zusammengenommen jene, die hierzulande an Lungenkrebs, Brustkrebs und Aids sterben.

 

Die Erde – in Aufruhr. Die Menschheit richtet sie und sich zugrunde. Terroranschläge und andere gesellschaftliche Verrohungen vor der Haustür, weltweite Migration, hoher Arbeitsdruck, wirtschaftliche Sorgen … Die Verunsicherungen und Ängste vieler Menschen sind inzwischen mit Händen zu greifen, die Nerven vieler liegen blank. Wenn mehr oder minder chronischer Stress plötzlich und tödlich endet, lautet die Diagnose „plötzlicher Herztod“ (PHT) oder „Sekundentod“.

Immer wieder taucht hierbei das Bild vom scheinbar heiteren Himmel auf. Doch von rund 200.000 Menschen, die in Deutschland jedes Jahr einen akuten Herzstillstand nicht überleben, sind nur etwas mehr als zehn Prozent kardiale Risikopatienten, die nach einem Infarkt bereits an einer Herzmuskelschwäche litten oder eine andere Herzerkrankung hatten.〈1〉

 

Meistens geht diesem unvorhersehbaren
und schrecklichen Ereignis eine längere Phase
mit chronisch depressiver Stimmungslage voraus

Karl-Heinz Ladwig

 

„Meistens geht diesem unvorhersehbaren und schrecklichen Ereignis eine längere Phase mit chronisch depressiver Stimmungslage voraus. Im Nachhinein lassen sich in vielen Fällen klassische Alarmzeichen ausmachen, etwa finanzielle Sorgen, eine belastende Arbeits- oder frustrierende Familiensituation.“ Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig, am Helmholtz Zentrum München tätiger Psychokardiologe, hält diese psychosozialen Aspekte kardiologischer Leiden für unterrepräsentiert und machte dies im April in Mannheim anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie deutlich: „Der plötzliche Herztod ereilt die Betroffenen entgegen einer verbreiteten Vorstellung in der Regel nicht nach einer einmaligen Aufregung. Akuter Ärger, Angst oder andere Aufregungen sind nur Auslöser.“〈2〉

Physiologisch betrachtetet sind meist Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern oder auch das sogenannte Broken Heart Syndrom direkte Auslöser eines PHT. Beim Broken Heart Syndrom (auch: Stress-Kardiomyopathie, Tako-Tsubo-Syndrom) verengen sich die Herzkranzgefäße akut krampfartig. Betroffen sind vorwiegend Frauen jenseits der Wechseljahre. Die Symptome gleichen denen eines Herzinfarktes, sie treten meist unmittelbar nach negativ wie positiv emotional stark belastenden Ereignissen und Situationen auf, sei es der Tod eines Angehörigen oder Arbeitsplatzverlust, aber auch ein Lottogewinn oder ein Heiratsantrag. Oder ein Erdbeben.

Das hat unter anderem eine Studie aus Los Angeles gezeigt: Dort hatten Forscher die Auswirkungen des „Northridge Erdbebens“ am 17. Januar 1994 untersucht, eines der stärksten Erdbeben, das bis dato in den USA registriert worden war.〈3〉 Die Zahl der plötzlichen Herztode von durchschnittlich 2 bis 4 war am Tag der Katastrophe sprunghaft auf 24 angestiegen. 16 Menschen starben binnen einer Stunde nach den ersten Erschütterungen. Nur drei Todesfälle standen in Zusammenhang mit physischer Belastung. In der Woche nach dem Erdbeben lag die Zahl der plötzlichen Herztode unter dem Durchschnitt (2,7 ± 1,2).

 

Neben der Veranlagung spielt auch die Art,
wie Menschen mit emotionalen Belastungen umgehen,
eine wesentliche Rolle
Karl-Heinz Ladwig

 

„Auch wenn wir noch nicht alle Zusammenhänge im Detail verstehen, zeigt sich, dass es für den stressinduzierten Herztod zwei Komponenten braucht,“ so Ladwig. „Neben der Veranlagung spielt auch die Art eine wesentliche Rolle, wie Menschen mit emotionalen Belastungen umgehen. Anders ausgedrückt: Wer Stress besser bewältigen kann, hat ein geringeres Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden.“

Aus Sicht von SecondaVita Prævention zeigt die Problematik einmal mehr: Stress ist Stress, sei er positiv oder negativ, das Gehirn bzw. der Körper macht bei der Bewertung und der neurophysiologischen bzw. physiologischen Reaktionen keinen Unterschied. Gezieltes Stressmanagement, Entspannungstechniken und körperliche Bewegung können deshalb effizient das Risiko für einen plötzlichen Herztod signifikant senken.

Ganzheitlich gedacht ließe sich ergänzen:

 

Ernährung umstellen
 Gegebenenfalls Zigaretten- und Alkohlokonsum deutlich drosseln
 Genügend schlafen
 In geschützter Atmosphäre reden über das, was schwer lastet
 Sich sortieren, neu ordnen und wohltuende Perspektiven entwerfen
 Seelische Widerstandskraft – Resilienz – trainieren
 Sich eine lang nachklingende präventive Auszeit verordnen

 

Bei Verdacht auf eine klinisch manifeste Depression soll ein weiterer Experte hinzugezogen werden. 

Stress ist ein eigenständiger Risikofaktor für Herzerkrankungen und verdiene mehr Aufmerksamkeit, betonte Ladwig: „Schon das gezielte Ansprechen der Lebenssituation und psychischen Befindlichkeit kann einen hohen therapeutischen Wert haben.“

Dies mag den einen oder anderen Kardiologen überrascht haben.

 


 

1 Deutscher Herzbericht 2o16. Deutsche Herzstiftung, Berlin, 25. Januar 2o17

2 83. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie
Mannheim, 19.o4.-23.o4.2o17

3 Leor J et al:  N Engl J Med 1996; 334:413-419
DOI: 10.1056/NEJM199602153340701

 

 

Lust auf positive Gesundheit

© Fabian Christ | Flickr

 

Die Fastenzeit beginnt, der Bis-Ostern-Verzicht auf wahlweise Alkohol, Süßes, Tütensuppen und inzwischen sogar auf permanente Erreichbarkeit. Wie wäre es, wenn das eine oder andere auch darüber hinaus funktionieren könnte – mehr noch und sozusagen als frommer Wunsch: Möge das Fasten so ganz und gar Lust auf Gesundheit machen. Denn mit der Gesundheitskompetenz ist es ein Kreuz.

 

Gesundheit ist … für jeden etwas anderes. Die Ansichten darüber, welche Bedingungen über Gesundheit und Krankheit entscheiden, sind höchst unterschiedlich. Der persönliche Blick entscheidet weitgehend darüber, ob jemand gesundheitsbewusst lebt oder nicht. Wer davon überzeugt ist, dass Gesundheit überwiegend „eine Frage der Gene“ oder “Schicksal” sei und man da halt nichts machen könne, wird sich kaum für Prävention interessieren.

Das ist schade, weil internationale Studien eindrucksvoller denn je darauf hinweisen, dass die Gesundheitskompetenz des Einzelnen verbesserungswürdig ist. Forscher der Universität Bielefeld haben Gesundheitskompetenz als das Wissen, die Motivation und die Fähigkeit beschrieben, “gesundheitsrelevante Informationen ausfindig zu machen, zu verstehen, zu beurteilen und zu nutzen, um die Gesundheit erhalten, sich bei Krankheiten nötige Unterstützung durch das Gesundheitssystem sichern oder sich kooperativ an der Behandlung und Versorgung beteiligen und die dazu nötige Entscheidung treffen zu können.” 〈1〉International wird diese basale Kompetenz als Health Literacy bezeichnet.

Bei 54,3 Prozent der Deutschen will das eine wie das andere nicht so recht funktionieren, heißt es im Ergebnisbericht der im Dezember 2o16 veröffentlichten Health-Literacy-Studie (HLS-GER) der Universität Bielefeld.〈1〉Dazu passen jüngste Daten – freilich nicht nur – für Deutschland, wonach die Diagnose des Diabetes Typ II gewaltig zunehmen wird, die Betroffenen werden immer jünger. Zudem steigt laut DAK-Gesundheitsreport 2o16 die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage bei Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, des Atmungssystems und bei psychischen Erkrankungen bei beiden Geschlechtern mit dem Alter kontinuierlich an.〈2〉

In dem interdisziplinären Feld der Gesundheitswissenschaften beschäftigt man sich daher intensiv mit Fragen zum Gesundheitsbewusstsein und Gesundheitsverhalten. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten haben sich verschiedene Definitionen von Gesundheit entwickelt, die vor allem gemeinsam haben, dass es nicht länger schnöde um die “Abwesenheit von Krankheit” geht, sondern um eine positive und facettenreiche Auslegung.

Lebensqualität, Handlungsfähigkeit, Empathie

Der Begriff „positive Gesundheit“ beinhaltet Faktoren wie Lebensqualität, Handlungsfähigkeit, emotionale Kompetenz, Rollenkompetenz und die Möglichkeit, das vorhandene Potential gleichzeitig zu erfüllen und durch Erfahrungen zu erweitern. Außerdem:

  • Qualitativ hochwertige, vielseitige Ernährung
  • Körperliche und mentale Fitness durch Bewegung, täglich mindestens 30 Minuten
  • Keine „Genussgifte“
  • Optimale Hirndurchblutung durch Bewegung und Entspannungstechniken
  • Genügend und guter Schlaf
  • Balance zwischen An- und Entspannung
  • Stressbewältigung und in der Folge Gelassenheit bei Belastungen
  • Seelisch-soziale Gesundheit durch ganzheitliche Selbstführung
  • Ausreichender Impfschutz

Prävention vom Feinsten

Da jeder dieser Faktoren grundsätzlich dazu beiträgt, Krankheit zu verhindern, verzögern oder weniger wahrscheinlich zu machen, haben wir es genau genommen mit Prävention vom Feinsten zu tun. Dieser Begriff wiederum kommt vom lateinischen praevenire und bedeutet zuvorkommen. Jenseits jeglicher Präventionsgesetze kann ein derart gesunder Lebensstil große Wirkungen zeigen. Verhindern lassen sich 〈3〉

  • 92% aller Herzinfarkte,
  • 90% aller Diabeteserkrankungen,
  • 85% aller Erkrankungen des Knochen- und Muskelsystems,
  • 50% aller Krebserkrankungen,

verlängern lässt sich die Lebenserwartung um elf bis 14 Jahre.〈4〉So lauten Zwischenergebnisse aus EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition), der größten europäischen prospektiven Kohortenstudie, die seit 1994 den Einfluss der Ernährung auf die Entstehung chronischer Erkrankungen erforscht.

Damit ist jede Krankheit, die nicht entsteht, die beste Entlastung für den, der eigenverantwortlich und gut mit sich umgeht. „Richtiges“ Fasten, also klassisch nach Buchinger oder einer leicht modifizierten Form, eignet sich wunderbar als Zäsur, um den Lebensstil zu hinterfragen und zu ändern.

 

© Sylvia Duckworth

 

 

1 Schaeffer D et al: Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland. Ergebnisbericht. Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften. Dezember 2016
2 DAK-Gesundheitsreport 2o16
3 EPIC Studie 2oo4
4 EPIC Studie 2006, Studie 2008

 

Zum Thema

Nationale Kohorte: Was macht krank, was hält gesund?

 

WortGemälde BilderParallelwelten.

Melancholia | ask 2o14   Vielleicht ist es die dunkle Seite des Herbstes. Vielleicht ist es die Zeit, November 2o15, ein November, in dem unter Federführung Deutschlands wieder Geschichte geschrieben wird; in dem Freitag13 ab sofort für die Pariser ist, was Nine Eleven für die New Yorker. Es gibt jetzt Tage, da können Erinnerungen an eine gefühlt fast vergangene heile Welt eine Art Schutzraum vor brutal kontrastierenden Momentaufnahmen von Kriegen, Klimakatastrophen, Kapitalverbrechen, Raubtierkapitalismus, Islamterrorismus bieten. Das Gehirn beherbergt im Idealfall millionenfach magische Bilder voller Schönheit, die sich intensiv, meditativ, bestenfalls kurativ gegen eine sich immer mal wieder Bahn brechende Ohnmacht stemmen, das Leben nicht länger unabhängig von der „großen Politik“ mit jener einigermaßen beruhigenden Zuversicht gestalten und planen zu können, dass alles irgendwie gut wird. Die Zukunft, you know. Die nächsten zehn, zwanzig, dreißig Jahre. Das zweite oder dritte Lebensdrittel.

Das neuronale Fotoarchiv kann Fulminantes bereithalten: grandiose Gegenden, unvergessliche Begegnungen, abenteuerliche Routen, die Dinge des Lebens, bitter und süß. Jedes der Bilder ist eine Reverenz. Und es birgt Worte, gesagte und ungesagte. Silbenschöpfungen, Assoziationsgebilde, zu denen das Gehirn große und kleine Geschichten zu kreieren vermag. Phantasiereisen, die die Kraft haben, uns in die Wunderländer einer Alice Pleasance Liddell, einer Mary Poppins, eines Pan Tau davonzutragen – oder in eigene neue Welten vordringen zu lassen, in denen wir alles sein können: Zaubermaus, Intelligenzbestie, Honigsauger. Oder einfach nur still. Dann kann es passieren, dass Bilder ganz von selbst kommen und sich immer weiter verdichten, bis sie worthaft werden, ein Eigenleben entfalten. BilderParallelwelten WortGemälde. Und umgekehrt. 

„Ich mag ihren inneren Zirkus.“ Schreibt Herta Müller, Literaturnobelpreisträgerin 2oo9, über die „bezwingende Macht, die Wörter haben können, die schrecklichen wie die schönen.“〈1〉Gleichwohl haben sie die Macht, sich selbst nah zu sein, als Ergebnis stummer Zwiesprache. Solche Momente des Selbstgesprächs „… können Ihr Innerstes aufschließen und einen Bewusstseinszustand der Ruhe, klaren Wahrnehmung und des nichturteilenden Gewahrseins im Augenblick erreichen – jenen Bereich, den die alten chinesischen Daoisten das offene, wache Nichtstun nennen,“ schreibt wiederum Jon Kabat-Zinn, Molekularbiologe, Stressforscher und Meditationslehrer in Massachusetts.〈2〉 In der Tat: Zu sich kommen, bei sich sein, einfach sein – was könnte wichtiger sein in Zeiten irrer Kämpfe einer barbarischen Gesellschaft in einer kaputten Welt. Der November wirkt allenfalls verstärkend. Subjektiv als schön wahrgenommene Worte haben dann das Zeug zum Vademecum.

 

KLANGKÖRPER HOLUNDERBLÜTENGELEE DELPHINGESANG LIEBESSEHNEN HIMMELSLEITER STOPPELKOPF GEDANKENZIMMER STRANDHOTEL SOMMERBRISE BURGFRÄULEIN SEEKUH SCHILDKRÖTENWANDERUNG KRIXELKRAXEL LINKSGOLFWELTREISE WANDERDÜNE SINNSUCHE NIEMANDSLAND ZUCKERWATTE JAKOBSSTAB STREICHELEINHEIT WINDJAMMER GEDANKENSCHUTZGEBIET BLÜTENMEER STERNENREGEN MITTSOMMERNACHT ENGELBERG SEEPFERDCHENHOCHZEIT BUSCHWINDRÖSCHEN MARONIBRATER SONNTAGSEI SCHÖPFKELLE BULLARBÜ SEEGRASFLOSS MORALGEMEINDE QUITTENMUS ZENGARTENMEISTER HERBSTLAUBWALD GEFÜHLSSPUR KAISERSCHMARRN EINSAMKEITSEPOS ARIADNEFADEN GEIGENVIRTUOSE SCHREIBGERÄT WANDELHALLE LUFTKURORT GEBIRGSBACH LAUSBUB CSÁRDÁSFÜRSTIN BEGEGNUNGSSPUR WIRKLICHKEITSSTOFF KODDERSCHNUTE WAHRHEITSSÜSSE BETTWÄRME KANALARBEITERSCHNITTE SITTENGEMÄLDE HONIGLEUCHTEN WUNDERTÜTE BADETAG HEIMATHAFEN HIMBEERGANACHE LIEBESNACHT RELEVANZDIKTAT FLUNKERN KOMETENSCHWEIF WORTFETZEN FLIEDERBEERSUPPE TAUSENDSCHÖN MITTSOMMERNACHT RUHEPOL FLAMINGOFARBEN SEEMANNSGARN ERKENNTNISINTERESSE TRACHTENFEST VENUSHÜGEL SPRACHINSEL FISCHAUFLAUF ZIMTBAISER KAFFEETAFEL KINDERLACHEN STRAHLKRAFT GLÜCKSELIGKEIT KNURRHAHN SESSELLIFT GEWÜRZNELKENBAUM TRANSZENDENZVERZICHT UFERPROMENADE HÄKELKLEID MOHNBLUMENBERG VERGISSMEINNICHT SCHLAGOBERS EMPÖRUNGSMEUTE TÜDDELBAND KNORKE ZÄRTLICHKEITSATTACKE MOLLIG WOLKENSTORES SATZKASKADE PUSTEBLUME FLUNSCH BÜCHERTURM ROSSHAAR FEINSINN MOOSRÖSCHEN LEBENSLIEBE KETTENGEDICHT ZYPRESSENHAIN BALZ LICHTLÖSUNG HAUBENTAUCHER KINDERZIMMERHELD MÜHLENBACH WOHLFÜHLGESELLSCHAFT FJELLBIRKENWALD

 

 

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mfb | The Fairgreen Magazine

 

 

WUNDERKAMMER EISKRISTALL WINTERSCHLAF VERBENENSEIFENSCHAUM TAUTRETEN RUNKELRÜBE THEORIELEKTÜRE GOLDWASSER ANEKTDOTENSCHATZ SEEROSE ACHSENZEIT HERZENSHALT KOKOSFLOCKE LEBENSWILLEN WILDWASSERLAUF SONNENWIND ANMUT POSTKUTSCHE SCHRIFTMISCHUNG LIEBESREIGEN IRRLICHT FARBENREICHTUM LESEFLUSS WISSENSGIER HOLLADIHIDI TANZTEE ÜBERMÜDUNGSSCHATTEN WOLKENBAUCH PÄCKCHENSUPPE PFLÜCKERGLÜCK HOLZBUCHSTABE HÖRNERSCHWUNG WEINHEIM KLANGSAMMLER HINGABE BUCHZEITALTER SCHWANENGESANG HIMMELSLEITER KLISCHEEKRISE SCHMELZ GENUSSKUNST TROPHÄENWEIB GESANGSSTÜCK ENTHUSIASMUSSPEZIALIST LICHTDURCHFLUTUNG SCHMETTERLINGSFURZ MARILLENMUS BLUMENSAFARI FRIEDENSTRAINER FARBENRAUSCH KUNSTPALAST TRAUMTANZ BEZIEHUNGSKISTE METAPHERNDRECHSLER STRANDHAFER SCHÖPFERSCHMIEDE HONIGMOND KOORDINATENKOKON SOMMERFRISCHE ESTRAGONNOTE ENTDECKERPAKET ANSTANDSDAME SCHABERNACK INNENSCHAU SINNESWECHSEL PINSELOHR KULTIVIERTHEIT SOUVENIRTASSE LICHTSPIELE FLACHWASSERTHERAPIE POESIE BLUMENARCHITEKTUR MARZIPANBROT QUANTENSPUK GURKENDILLSALAT WORTHÜLSENHALDE MENSCHENKLUGHEIT OSTSCHRIPPE LINDENTERRASSE MELBATOAST DÜNENGRAS LIEBESNEST KRAFTSPEICHER SCHATZMEISTEREI AUGENWEIDE MOMENTFÄNGER GENUSSGLÜCK OMAGLAS RÜBENMUS GEBETSMÜHLE KARTOFFELSTAMPF LUFTKUSS KULTURBLÜTE PLANETENPARADE STÖRBALLETT PARLANDO SPEISEGEMEINSCHAFT ZITRONENWASSER SAPPERLOT LEBENSDESTILLAT TANZABEND KLEINSTSCHNECKE ANNÄHERUNGSZAUBER LÄSSLICHKEIT GUTSKÜCHENSCHLEMMEREI SERVIETTENKNÖDEL BLEISTIFTGEBIET BIOSPHÄRENRESERVAT WEISHEITSSCHULE MEINUNGSBREI THEATERDONNER ALLERLIEBST SCHLÖSSERHERBST HERZENSMENSCH TÜMPELKRÄHE KLANGSCHALE PHRASENFREUNDE AMALFIKÜSTENZITRONENHAIN MEISTERSTÜCK SPRACHSENSIBEL 

 

 

 LITERATUR

 

1 Herta Müller, Jo Lendle (Hrsg.): Es gibt Wörter, die machen mit mir, was sie wollen. Akzente 3/2015. Hanser Verlag

<

p style=“text-align: justify;“>2 Jon Kabat-Zinn: Zur Besinnung kommen. Die Weisheit der Sinne und der Sinn der Achtsamkeit in einer aus den Fugen geratenen Welt. Arbor Verlag 2006 

Gern arbeiten


Wirksame Gesundheitsprävention gewinnt in Unternehmen zwar an Bedeutung, wird jedoch noch nicht konsequent umgesetzt.

 

 

Die jüngsten Gesundheitsmonitore und Studien gewähren tiefe Einblicke in die Abgründe des Arbeitsalltags in Deutschland: Mit mehr als 40 Millionen Arbeitsunfähigkeitstagen stehen psychische Erkrankungen insgesamt auf Platz 3 der Krankschreibungen, nach Erkrankungen des Muskel-/Skelettsystems und der Atemwege. [1] Zeit- und Leistungsdruck, unangemessene Bezahlung, Arbeitsverdichtung und Überforderung manövrieren Arbeitnehmer scheinbar unaufhaltsam in ein schweres Erschöpfungssyndrom, das wiederum Depressionen, Angst– oder Suchterkrankungen den Weg ebnen kann. Allein die Ausfalltage aufgrund depressiver Störungen sind in den letzten zehn Jahren um 255 Prozent gestiegen.

„Unser Augenmerk muss deshalb noch stärker auf dem betrieblichen Gesundheitsmanagement liegen. Hierbei sind alle Beteiligten gleichermaßen gefragt: Politik, Arbeitgeber und auch die Beschäftigten selbst,“ wird Dr. Iris Hauth, Ärztliche Direktorin des St. Joseph Krankenhauses, Berlin, und Präsidentin der Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) in einer Pressemitteilung der DGPPN zitiert.[2]

Auf Unternehmensseite scheint es zwar so zu sein, dass ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) immer häufiger als ein nicht länger zu ignorierender Faktor für die psychosoziale Gesundheit der Beschäftigten wahrgenommen wird, da nur gesunde und zufriedene MitarbeiterInnen die geforderte unternehmensspezifische Qualität erbringen können. Dennoch werden sinnvolle, auf die Wünsche und Bedürfnisse der MitarbeiterInnen zugeschnittene Maßnahmen nur selten angeboten; im Mittelstand bislang nur in jedem zehnten Unternehmen.

Als ein wichtiger Grund wurde anlässlich des 11. Gesundheitstages der Hamburger Wirtschaft Anfang April genannt, dass Chefs oder Geschäftsführer zusätzliche Kosten fürchten.[3] Dabei können Unternehmer pro MitarbeiterIn und Jahr 500 Euro als Freibetrag steuerfrei in Prävention investieren. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen wüssten aber oftmals nicht, wo sie ansetzen können, um etwas für die Gesundheit ihrer Leute zu tun. Eines sollten die Konzepte inzwischen allerdings sein: ganzheitlich. Also mehr als „Business-Yoga“.

 

Organisation und Führung sind zentrale Erfolgsfaktoren zur Realisierung
wirkungsvoller Präventionsstrategien

Wilfried von Eiff

 

Prävention, Organisation, Führung 

Wie wirksame Gesundheitsprävention in Unternehmen aussehen kann, darüber haben in der aktuellen Ausgabe der Hochschulzeitung HHL news der HHL Leipzig Graduate School of Management mehrere Führungskräfte nachgedacht.[4]

Ganz grundsätzlich geht es neben dem anhaltend wichtigen klassischen Arbeitsschutz zunächst um die psychische Gesundheit – um Transparenz bei stets subjektiv erlebten Belastungen, um offensives Stressmanagement und ja, um einen wertschätzenden, freundlichen Umgang miteinander. Das Stichwort lautet „Unternehmenskultur“ – und zwar eine, die der Mitarbeitergesundheit nicht schadet, sondern idealerweise das Gegenteil bewirkt.

„Wirksame Gesundheitsprävention in der Arbeitswelt darf sich nicht in betrieblich geförderten Fitnessprogrammen erschöpfen“, schreibt Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Akademischer Direktor des Center for Health Care Management and Regulation. „Organisation und Führung sind vielmehr die zentralen Erfolgsfaktoren zur Realisierung wirkungsvoller Präventionsstrategien. Die Medizin funktioniert in aller Regel nur im Sinne eines Reparaturbetriebs.“

Für den Direktor der privaten Universität, Prof. Dr. Andreas Pinkwart, sind Prävention und Arbeitsplatzsicherheit die eine Seite der Medaille, gute Führung ist die andere. „Gut heißt in diesem Zusammenhang, dass mit den Mitarbeitern regelmäßig Ziele vereinbart werden, die sie nicht nur intrinsisch motivieren, sondern zuweilen auch herausfordern, die persönliche Latte etwas höher zu legen.“

Unabdingbar für das Betriebsklima in einer modernen Unternehmenskultur mit idealerweise flachen Hierarchien sei es auch, dass gute Arbeit wertgeschätzt wird. Geeignetes Führungspersonal habe zudem eine positive Fehlerkultur und die Fähigkeit, Schwächen von Personen und Prozessen zu erkennen, Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln und gemeinsam daran zu arbeiten, Probleme zu neutralisieren. „Nicht zuletzt ist mehr Verständnis vonnöten für die familiären Situationen von Mitarbeitern, ebenso für Mitarbeiter, die berufsbegleitend studieren,“ so Pinkwart.

Manche Unternehmen engagieren inzwischen einen Feelgood Manager w/m, um ihre Unternehmenskultur zu verbessern. Er soll als Bindeglied zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitern agieren, eine angenehme Arbeitsatmosphäre schaffen, die interne Kommunikation und den Umgang mit Stressfaktoren verbessern. Als sinnvolle deutsche Übersetzung für das noch neue Berufsbild taugt wahrscheinlich der sperrige Begriff „Unternehmenskultur-Beauftragter“, er signalisiert zumindest, dass es um mehr als aktionistische Bespaßung geht. Auch haben wir es hier nicht mit einer begrifflichen Aufwertung des „Office Managers“ im Minijob zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine Melange aus BGM und BWL – mit den sich daraus entwickelnden Fortbildungen für verschiedene Berufsgruppen, vor allem auch für Gesundheitswissenschaftler, denn die Konzepte der Prävention, Salutogenese und Resilienz spielen eine wichtige Rolle.

 

Ein Torwart, der einen Schuss erfolgreich abwehrt, erspart dem Team einen kräftezehrenden Kampf und vielleicht sogar eine Niederlage
Martin Busse

 

Inneren Schweinehund nicht unterschätzen

Die Bedeutung von Prävention zeigt sich Prof. Dr. Martin Busse, Direktor des Institute of Sports Medicine & Prevention, in jedem Fußballspiel: „Ein Torwart, der einen Schuss erfolgreich abwehrt, erspart dem Team einen kräftezehrenden Kampf und vielleicht sogar eine Niederlage.“ Prävention sei billiger und ethischer als jede Therapie – sofern es sich um die richtigen Maßnahmen handelt.

Hier können unterschiedliche Akzente gesetzt werden, beispielsweise im Bereich der Verpflegung, bei der Vorbeugung und Verringerung arbeitsbedingter Belastungen des Bewegungsapparats, in der Förderung einer proaktiven Mitarbeiterführung, beim Stressabbau. Im Gegensatz zum Qualitäts- und Arbeitsschutzmanagement gibt es im BGM keine etablierten Normen und Standards.

„Entscheidend für den Erfolg ist, dass im Vorfeld relevante Handlungsfelder erkannt werden, der Bedarf ermittelt wird, die Maßnahmen zielgerichtet mit Priorität angegangen werden sowie niedrigschwellig und getrennt für Häuptlinge und Indianer angeboten werden,“ hieß es dazu in Hamburg. Dann würden alle profitieren, Mitarbeiter und Arbeitgeber.

Nicht zu unterschätzen sei allerdings der innere Schweinehund bei den einen wie bei den anderen. Der Widerstand hat viele Facetten: Während die einen sich nicht eingestehen wollen oder können, dass sie möglichst demnächst eine Beratung oder störungsspezifische Intervention benötigen, sorgen sich andere um stigmatisierende Kommentare von wem auch immer, für wieder andere ist ein Investment in die Gesundheit mit zu großem Aufwand verbunden oder es ist ihnen, wie gesagt, schlicht nichts wert.

 

Leider fehlt bis heute die Betonung der Eigenverantwortung
Andreas Beivers

 

Die Weisheiten der Samurai

Wirklich erfolgreich wird Betriebliches Gesundheitsmanagement ohnehin erst, wenn entsprechendes Engagement von Unternehmerseite sich mit einer Haltung der Beschäftigten trifft, auch über BGM-Maßnahmen hinaus eigenverantwortlich und sozusagen für immer ins Thema Gesundheit einzusteigen.

„Leider fehlt bis heute die Betonung der Eigenverantwortung,“ schreibt Prof. Dr. Andreas Beivers, Akademischer Direktor am Center for Health Care Management and Regulation der Leipziger Graduiertenschule. Vor dem Hintergrund immer dringlicher diskutierter Prävention bei den sich beständig ausbreitenden Lebensstil-Krankheiten jenseits psychiatrischer Diagnosen (z. B. Fettleibigkeit, Diabetes) sollte sich jeder, abhängig von seinen Möglichkeiten, intensiv um sich kümmern, mahnt Beivers. „Dies kann auch über Angebote der Krankenkassen oder anderer Institutionen der Daseinsfürsorge erfolgen.“

Die Reise zum Ziel Gesundheitsbewusstsein ist nach Erkenntnissen der Gesundheitsverhaltensforschung damit verbunden, dass jeder, der sich persönlich entwickeln will, bisherige Verhaltensweisen ändern und durch Phasen der Motivation, Vorbereitung, des Handelns und Durchhaltens muss. Die Reise ist dann hochspannend, wenn sich Klient und Trainer bzw. Therapeut gemeinsam aufmachen – und der Therapeut sich als einfühlsamer Partner zeigt, der genauso mit dem Leben ringt wie sein Klient. Sowohl im Einzeltraining als auch in der Gruppe lernen Klienten auf diese Weise, unabhängig zu werden, Verantwortung für sich zu übernehmen und die Lebensqualität zu steigern, ohne andere dabei zu vergessen.

Vor allem für Manager setzen manche Trainer bei Veränderungsprozessen auf die Weisheiten der Samurai. Deren Kampfkünste ruhen auf drei Säulen: Professionalität in den Fähigkeiten und Fertigkeiten, in der Konzentration und Kraft, bei Bewusstsein und Achtsamkeit.

Aus diesen Überlegungen ist 2o16 SLOW.FLOW.GLueCK Innehalten Bewegung Kulinarik auch für Unternehmen entstanden, die jenseits der klassischen BGM-Modelle Prävention 4.o in ihre Planung einbeziehen möchten. 

 

 


 

1 Gesundheitsreport 2o16. DAK, März 2o16 

2 Arbeit darf nicht krank machen: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Berlin, Pressemitteilung 15, 27. April 2015

3 Gesundheitstag der Hamburger Wirtschaft: Betriebliches Gesundheitsmanagement von A bis Z. Vortragsblock „Los geht ́s – Unternehmen berichten aus der Praxis“. Handelskammer Hamburg, 1. April 2o15

4 Healthy Leadership: Prevention, promotion, balance. Leipzig Graduate School of Management, HHL news, Spring 2015